Als Vorreiter wollte Europa gesehen werden, als Vorbild in Sachen Klimaschutz. Jetzt wird die Europäische Gemeinschaft ohne klares gemeinsames Ziel am Klimagipfel der Vereinten Nationen vom 7. bis 18 Dezember in Kopenhagen teilnehmen. Lediglich darauf hat man sich einigen können, dass Schweden (das derzeit die europäische Ratspräsidentschaft innehat) die EU repräsentieren wird.
Zwar erwartet die Europäische Union von Ländern wie China und den USA, die weltweit die meisten CO2-Emissionen verursachen, konkrete Zahlen: um wie viel sind diese Länder bereit, ihren Ausstoß zu reduzieren und bis wann? Zwar hat die EU bereits eine Reduzierung um 20% bis zum Jahr 2020 beschlossen, Streit gibt es jedoch besonders bei der Frage, wie hoch die Summen ausfallen, mit denen der Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländer finanziert werden soll. Gerade diese Länder warten jedoch auf ein Signal aus Europa, dass sie in Sachen Klimaschutz Hilfe erwarten können.
Der SPD-Europaabgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses, Jo Leinen, fordert, die EU müsse an ihrem ursprünglichen Ziel – einer Reduzierung der Treibhausgase um 30% bis 2020 – festhalten. Dieses Ziel ist bisher jedoch eher weiter in die Ferne gerückt.
Seitdem nicht mehr damit zu rechnen ist, dass es beim anstehenden Klimagipfel zu einem verbindlichen Klimavertrag kommen wird, scheint der europäische Wille erloschen zu sein, ambitionierte Ziele zu definieren und aktiv auf deren Erreichung hinzuarbeiten. Stattdessen lehnt man sich zurück und wartet ab, was die anderen Akteure machen.
Eine vorbildliche Position ist das nicht und zudem wird ein falsches Signal gesendet: Abwarten ist keinesfalls immer die beste Lösung, gerade beim Klimaschutz werden Länder gebraucht, die Verantwortung übernehmen, andere Staaten in die Pflicht nehmen, ihnen im Bedarfsfall aber auch Hilfe zusichern.
Bildquelle : Audiovisueller Dienst der Europäischen Kommission