Eine große Hysterie brach aus, als Amerikas Kreditwürdigkeit von der Rating-Agentur Standard&Poor’s herabgestuft wurde. Die Märkte, nervös wie selten, spielen seitdem verrückt, es geht auf und ab. Eine kleine Hysterie brach aus, als auch Frankreich in den Verdacht geriet, seine Topnote in Sachen Kreditwürdigkeit zu verlieren. Ganz unbegründet war die Angst nicht : 2010 lag die Neuverschuldung Frankreichs bei stolzen 136,5 Milliarden Euro – zwei Drittel mehr als Deutschland, welches in den Top Ten der Länder mit der höchsten Neuverschuldung auf Platz 2 hinter seinem Nachbarn landete. Die Summe von 136,5 Milliarden Euro entspricht sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) geht zwar nicht davon aus, dass Frankreich in nächster Zeit die Rating-Höchstnote AAA verlieren wird, „doch muss die Regierung rasch beweisen, dass sie zu ernsthaften Korrekturen in der Lage ist.“
Jetzt sollen Steuervergünstigungen gestrichen werden. Auch die großzügigen Sozialausgaben würden sich anbieten, um Geld einzusparen. Reformen waren von Staatspräsident Nicolas Sarkozy in den letzten Jahren zwar angeschoben worden – an der Umsetzung haperte es aber dann. Und im nächsten Jahr stehen die Präsidentschaftswahlen an. Einsparungen sind in Frankreich wahrlich kein Thema, mit dem man Wahlen gewinnen kann.


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