Mit so viel Erfolg bei der Berliner Bürgerschaftswahl hatte die deutsche Piratenpartei selbst nicht gerechnet : 8,9% holte die erst 2006 gegründete Partei – die FDP hingegen scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde und flog damit aus dem Parlament. Klaus Wowereit (SPD) darf wohl regierender Bürgermeister bleiben.
Mit einer Mischung aus humorvollem Wahlkampf und der Besetzung von Themen, denen die anderen Parteien nicht genug (oder gar keine) Beachtung schenkten, wurden die Piraten besonders für junge Menschen wählbar : Direkte Demokratie, Datenschutz im Internet und Transparenz sind Dinge, die sich in den Parteiprogrammen der anderen Parteien eher unter ‚ferner liefen’ finden. Das Amateurhafte und Authentische, mit dem die Piraten ihren Wahlkampf angingen, wird oft mit den ersten Schritten von Bündnis90/Die Grünen verglichen. Letztere sind so gesehen die eigentlichen Verlierer der Wahl : Wer ein Statement machen wollte, wer ‚anti’ sein wollte, der wählte die Piraten. Und nicht Die Grünen.
Bereits 2009 hatte die schwedische Piratenpartei den Sprung ins Europäische Parlament geschafft. Sie holte 7,1% der Stimmen, was einem Abgeordneten entspricht.


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