In Deutschland boomt die Wirtschaftsbranche wie in keinem anderen EU-Land. Immer mehr Aufträge gehen ein, die Produktion wird angekurbelt und die Branche ist zum ersten Mal seit langem wieder optimistisch, was Wachstumsquoten betrifft. Und bei letzteren sind die Erwartungen hoch : von bis zu drei oder mehr Prozent Wachstum ist die Rede. Sollten sich die Prognosen bestätigen, würde die Arbeitslosenquote auf ein Jahrzehnttief sinken.
Von diesen rosigen Aussichten profitiert nicht nur Deutschland - sondern die ganze EU. Im Vergleich dazu wächst die amerikanische Wirtschaft nur schleppend. Im August wurden in der EU Wachstumsraten um die 1,7 Prozent aufgezeichnet, deutlich mehr als in den vorangegangenen Quartalen oder in den USA. Diese hohe Rate hat die EU vor allem Deutschland zu verdanken. Länder wie Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal (die „PIGS”-Länder) haben sich dagegen aus wirtschaftlicher Sicht fast nicht bewegt. Frankreich tut sich ebenfalls schwer. Damit treibt die deutsche Exportwirtschaft die Eurozone aus der tiefen Krise der vergangenen Monate. Dabei wurde gerade diese Exportorientierung innerhalb der EU heftig kritisiert.
Dennoch : Vorsicht vor zu viel Vorfreude. Ein Land alleine genügt nicht, um die EU aus dem Sumpf der Euro- und Wirtschaftskrise zu retten – die Wirtschaft von Sorgenkind Griechenland schrumpft weiterhin, das Land selbst steckt noch immer tief in der Krise, trotz zahlreicher Rettungsaktionen. Eine Wachstumskluft zwischen Nord und Süd könnte im Laufe der Zeit zum Problem werden, besonders da die südlichen Euro-Länder bekannterweise mit ähnlichen Problemen wie Griechenland kämpfen. Trotzdem geht die EU im zweiten Quartal 2010 in Sachen Wirtschaftswachstum mit gutem Beispiel voran.
Artikellogo : moertl/flickr


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