Die Idee gemeinsamer europäischer Anleihen, so genannter Eurobonds, ist am Widerstand Deutschlands gescheitert. Nun hat die Europäische Kommission einen neuen Vorschlag parat : Gemeinsame Staatsanleihen der sechs verbliebenen Euro-Staaten mit der Bestbewertung AAA (was einer Top-Bonität entspricht). Das wären Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland. Gemeinsame Staatsanleihen, das entspricht einer Zusammenlegung der Anleihenmärkte, wie die stellvertretende Kommissions-Präsidentin Viviane Reding der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung mitteilte : „Das wäre dann ein großer kerneuropäischer Anleihenmarkt – ein Fels in der Brandung, mit starker Liquidität und Bonität.“ Der Vorteil solcher gemeinsamer Staatsanleihen der Euro-Länder liegt auf der Hand : Die bestehenden EU-Verträge müssen dafür nicht geändert werden. Ein weiterer Vorteil : Das von den AAA-Staaten aufgenommene Geld würde erst in einem zweiten Schritt an Krisen-Staaten (z.B. Griechenland) weitergegeben werden, die AAA-Staaten übernähmen dabei das Haftungsrisiko. Die Krisen-Staaten könnten sich über niedrige Zinsen auf die Kredite freuen.
Es hätte alles so schön sein können – allerdings, die deutsche Regierung unter Angela Merkel lehnt den Vorschlag ab, auch mit den anderen AAA-Staaten wird es keine Eurobonds geben. „Bis die Finanz- und Wirtschaftspolitik in der Euro-Zone nicht stärker integriert sei, seien unterschiedliche Zinssätze das geeignete Mittel, um den Druck zur Etatsanierung zu erhalten“, hieß es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus dem Bundesfinanzministerium.


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