Das Ereignis der Woche war selbstverständlich die Europawahl. Sofern sich europaweite Trends aus den Wahlergebnissen ablesen lassen, so ist es eine Krise der Sozialdemokratie und ein Vertrauen in die Rezepte der bürgerlichen Parteien in diesen Krisenzeiten. In einigen Ländern, besonders in Frankreich, konnten die grünen Parteien spektakuläre Erfolge feiern. Während die Wahlbeteiligung im europaweiten Schnitt ein weiteres Mal sank, ist sie in einigen Ländern (Dänemark, Finnland, Polen, Spanien, Bulgarien, Slowakei, Estland, Lettland und besonders in Schweden) auch gestiegen. Nimmt man die 15 alten Mitgliedstaaten, so lag die Wahlbeteiligung im Schnitt bei 47,6% gegenüber 49% in 2004, wobei der Rückgang hauptsächlich auf das Konto Großbritanniens geht. In Schweden war es die Piratenpartei, die die etablierten Parteien zu einem engagierten Wahlkampf zwang. Dänemark hat mehrere Fernsehduelle zur besten Sendezeit zwischen den Spitzenkandidaten der Parteien veranstaltet - es gibt also Hoffnungsschimmer, sofern andere Länder sich beim nächsten Europawahlkampf ein Beispiel an diesem Erfolg nehmen und Medien und Politik die Europawahlen nicht mehr als Wahlen zweiter Klasse oder als Testfall für nationale Wahlen behandeln.
Siehe auch unsere Analyse : « Was die Ergebnisse der Europawahl bedeuten »
Bildquelle : flickr.com, Cédric Puisney


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