Bereits seit Ende Juli leidet Pakistan unter einer der schlimmsten Flutkatastrophen der letzten Jahrzehnte. Die Überschwemmungen infolge des Monsuns haben bereits Hunderte von Toten gefordert. Millionen von Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind auf der Flucht vor den Wassermassen. Schätzungsweise rund 20 Millionen Menschen sind insgesamt von der Katastrophe betroffen. Einen Monat nach Beginn der Überschwemmungen droht jetzt eine Krankheitswelle aufgrund des verunreinigten Wassers, das vor allem Hautkrankheiten und gefährliche Durchfallerkrankungen wie Cholera auslösen kann.
Nachdem die internationale Hilfe anfänglich nur schleppend anlief und auch die Spendenbereitschaft geringer ausfiel als bei anderen Katastrophen wie etwas dem Wirbelsturm auf Haiti Anfang des Jahres, hat auch die EU ihre Hilfszusagen nun erhöht. Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe machte sich vor Ort selbst ein Bild von der Lage und reiste nach Pakistan, um Helfer und Flutopfer zu treffen. Daraufhin erklärte sich die EU nun bereit statt der im Juli angekündigten 40 Mio. Euro, 70 Mio. Euro an humanitärer Soforthilfe zur Verfügung stellen. Zusammen mit den Zusagen der EU-Mitgliedsstaaten beläuft sich die Summe der Hilfsgelder aus der EU auf rund 200 Mio. Euro.
Internationale Hilfsorganisationen sind mit der Verteilung der bereitgestellten Mittel beauftragt und EU-Experten beaufsichtigen vor Ort die Durchführung der Hilfsmaßnahmen. Doch diese Hilfe ist noch nicht genug. Laut UN werden rund 360 Mio. Euro Soforthilfe benötigt, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Hinzu kommt, dass es sich dabei lediglich um humanitäre Direktmaßnahmen handelt. Ungleich mehr wird der Wiederaufbau Pakistans nach Ende der Überflutungen kosten. Dazu wird langfristige internationale Unterstützung benötigt, auch um zu verhindern, dass radikale terroristische Gruppen die instabile Lage der Atommacht Pakistan für ihre Zwecke auszunutzen.
Umso nötiger wird auch die Hilfe der EU sein. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat denn inzwischen auch bereits die Ausarbeitung eines Plans nicht nur zur Koordinierung der Sofortmaßnahmen, sondern auch der langfristigen Unterstützung angekündigt.
Artikellogo : Oxfam International/flickr


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