La mauvaise nouvelle
Irland in der Krise

Die Anzeichen waren da, trotzdem hat sich niemand so richtig getraut, es auszusprechen. Ende November war es dann soweit : Nach langem Zögern hat die irische Regierung die EU und den internationalen Währungsfonds (IWF) um finanzielle Unterstützung gebeten und profitiert somit als erstes Land vom neu geschaffenen EU-Rettungsschirm. Irland muss mit einem Haushaltsdefizit von über 30 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) kämpfen, eine Situation, die durch die Finanzkrise verstärkt wurde und zu Unsicherheiten an den Märkten geführt hat.

Dabei drängt sich die Frage auf : Wird die Euro-Zone ihre Sorgenkinder noch lange über Wasser halten können, ohne selber dabei unterzugehen ? Die Märkte wackeln und Rating-Agenturen greifen bereits Spanien und Portugal an. Irland hat indes 85 Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds angefragt. Experten spekulieren nun über die Zukunft der Euro-Zone. Während Politiker - will man den Medien glauben - fest von dem Überlebenswillen des Euros überzeugt sind, melden sich immer mehr Wirtschaftsexperten zu Wort, die die Lage weitaus weniger optimistisch einschätzen. Dabei stellt sich vor allem die Frage nach dem Umfangs des Rettungsfonds. Experten warnen, dass dieser mit 750 Milliarden Euro nicht groß genug sei, um die beiden Wackelkandidaten Spanien und Portugal retten zu können.

Doch die Rating-Agenturen sind nicht die Einzigen, die wild spekulieren. Die Medien sind ebenfalls auf der Suche nach dem nächsten Gefallenen. So hat zum Beispiel die englische Tageszeitung The Guardian Belgien als gefährdet eingestuft - eine Nachricht, die Experten in Belgien sicherlich überrascht hat. Wie dem auch sei, momentan sieht es so aus, also ob Irland das erste und hoffentlich letzte Land ist, das sich unter den Rettungsschirm der EU und des IWF flüchtet.

Artikellogo (cc) eaortmann/flickr


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