Im Januar mussten die neuen Kandidatinnen und Kandidaten für die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament Rede und Antwort stehen. Alle wurden in den jeweiligen Fachausschüssen jeweils drei Stunden examiniert. Unangenehme Fragen stellten die Parlamentarier vor allem der bulgarischen Kandidatin für das Amt der EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Rumiana Jeleva. Ihr wurde vorgeworfen bereits während ihrer Mandatszeit als Europaparlamentarierin lückenhafte Angaben über ihre sonstigen Einnahmen und Tätigkeiten gemacht zu haben. Hinzu kam, dass sie mit ihren Antworten auf fachliche Fragen zum Gebiet der internationalen Zusammenarbeit und der humanitären Hilfe nicht überzeugen konnte. Um nicht die Zurückweisung der kompletten designierten neuen Kommission zu provozieren, was aufgrund der Bestimmungen zur Ernennung der Kommission die automatische Folge einer offiziellen Ablehung Jelevas durch das EP gewesen wäre, zog sie ihre Kandidatur letztlich zurück. Daraufhin präsentierte Bulgarien als neue Kandidatin Kristalina Georgiewa, eine 56-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin mit dem Arbeitsschwerpunkt Umweltökonomie, die seit 1993 bei der Weltbank tätig ist. Sie wird sich am 3. Februar den Fragen des EP-Fachausschusses stellen und hoffentlich inhaltlich wie charakterlich eine bessere Vorstellung abliefern als ihre Vorgängerin Jeleva. Namen und Hintergrundinformationen zu allen designierten Kommissionsmitgliedern sowie Video der Anhörungen finden sich auf der Internetseite des Europäischen Parlaments.
Foto : flickr / European Parliament












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