Wegen des ungelösten Grenzstreits zwischen Slowenien und Kroatien hat der tschechische EU-Ratsvorsitz die nächste Runde der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien auf Ende April verschoben. Ursprünglich sollten die Verhandlungen am 27. März beginnen, doch Slowenien forderte erneut eine Aussetzung. Zwar werfen ein paar Wochen Kroatien nicht gleich aus der Bahn, die Maßnahme zeigt aber doch, wie festgefahren der Grenzstreit um die Seegrenze in der Bucht von Piran und einen umstrittenen Streifen entlang des Flusses Dragonja mittlerweile ist. Die EU-Kommission hatte vor kurzem die Einrichtung einer Expertengruppe unter Leitung des früheren finnischen Präsidenten und Kosovo-Beauftragten der UNO, Martti Ahtisaari, vorgeschlagen, um den Grenzstreit zwischen Slowenien und Kroatien zu schlichten. Kroatien besteht aber auf der Einschaltung des Internationalen Gerichtshofs, während Slowenien auf eine politische Lösung pocht. Da Kroatien eines Tages dem Schengenraum beitreten wird, kann man ob dieses patriotischen und von Ressentiments geprägten Streits eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Der europäische Gedanke muss sich auf dem Balkan erst noch durchsetzen.
Bildquelle : flickr.com, pixel0908


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