„Gesundheitlich unbedenklich“ – „Eine klare Täuschung der Verbraucher“ : die Meinungen zum Enzym Thrombin waren innerhalb der EU alles andere als einheitlich. Thrombin wird aus Schweineblut gewonnen und mit seiner Hilfe können kleine Fleisch- und Schinkenteile zusammengeklebt werden – „Klebefleisch“ sozusagen.
Thrombin sollte auf Antrag der EU-Kommission als Lebensmittelzusatzstoff EU-weit zugelassen werden. Das Europäische Parlament kippte dieses Vorhaben jedoch mit knapper Mehrheit, vor allem Sozialdemokraten und Grüne hatten sich gegen den Antrag ausgesprochen. Europäische Konservative und Liberale hingegen hielten eine Kennzeichnungspflicht für mit Thrombin behandeltes Fleisch für ausreichend, die Entscheidung zum Kauf sei dem Verbraucher zu überlassen.
So positiv der Stopp durch das EU-Parlament auch sein mag – generell werden Stoffe wie Thrombin und sogar Thrombin selbst bereits in der Lebensmittelherstellung verwendet, allerdings nur als technische Hilfsmittel und nicht als Lebensmittelzusatzstoffe, wie es die EU-Kommission forderte. Laut der Verbraucherorganisation „Foodwatch“ ist die Herstellung von Klebefleisch mithilfe anderer Substanzen weiterhin möglich.Die sozialistische Fraktion im Europaparlament hat bereits angekündigt, dass sie eine Überprüfung auch von technischen Hilfsmitteln in der Lebensmittelindustrie durch die Kommission erreichen will. Entweder es kommt tatsächlich zu einer engagierten politischen Initiative … oder das Thema „Klebefleisch“ wird ähnlich schnell vergessen werden wie die Aufregung über den so genannten „Analogkäse“.
Artikellogo : flickr.com (User : SqueakyMammot)


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