In Frankfurt befindet sich bekannterweise der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) - und letztere sucht einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Jean-Claude Trichet. Bisher war klar : Axel Weber, seit 2004 Präsident der Deutschen Bundesbank, soll es werden.
Bisher. Denn in Frankreich setzt man offensichtlich auf einen anderen Kandidaten und stellt sich damit gegen die Tradition, dass ein Franzose auf einen Deutschen folgt und umgekehrt. Dominique Strauss-Kahn, auch DSK genannt, wird in letzter Zeit immer öfter ins Spiel gebracht. Problem : DSK ist zurzeit Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) und macht da einen guten Job. Er spricht außer seiner Muttersprache Französisch auch noch Deutsch und Englisch, hat hervorragende Wirtschaftsbeziehungen in der ganzen Welt.
So jemanden sähen die Franzosen viel lieber auf dem EZB-Chefposten als den unbequemen Deutschen Weber, dessen höchstes Gut die Stabilität des Euros ist. Dogmatische Deutsche, die mit allen Mitteln für die Geldwertstabilität und für harte Sanktionen gegen diejenigen kämpfen, die gegen den Euro-Stabilitätspakt verstoßen, finden Franzosen eher nicht so charmant. DSK, übernehmen Sie… ?
Foto (cc) International Monetary Fund/flickr


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