Sylvie Goulard : « Alleingänge sind in der Europäischen Union inakzeptabel »
Interview mit Sylvie Goulard, Vorsitzende der Europäischen Bewegung Frankreich, über den deutsch-französischen Kompromiss der Union für das Mittelmeer
Von Anfang an hat der Vorstoß des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Gründung einer Mittelmeerunion für viel Wirbel gesorgt. Zwar bestritt wohl niemand, dass die euro-mediterrane Partnerschaft neuen Schwung gut gebrauchen kann. Doch besonders in Berlin stieß die Idee einer exklusiven Union nur für die Anrainerstaaten des Mittelmeers auf wenig Begeisterung. Im März 2008 gelang der Kompromiss : Nicolas Sarkozy und Angela Merkel schlugen auf dem Europäischen Frühjahrsgipfel in Brüssel vor, eine Union für die Mittelmeerstaaten innerhalb der Strukturen der EU einzurichten, an der alle EU-Staaten beteiligt sein würden. Sylvie Goulard, Vorsitzende der Europäischen Bewegung Frankreich, wirft im Interview mit den Euros einen europäischen Blick auf das Vorhaben der « Union für das Mittelmeer » und die Prioritäten der französischen Ratspräsidentschaft ab Juli 2008.
Wie eine « Union für das Mittelmeer » aussehen könnte, diskutierten vom 28. bis 30. März hochrangige französische Politiker und Europaparlamentarier mit Vertretern der Mittelmeerstaaten, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Journalisten beim „Forum de Paris“ bei der UNESCO in Paris.
Auch Sylvie Goulard, Vorsitzende der Europäischen Bewegung Frankreich, besuchte das Forum und nahm im Interview mit den Euros Stellung zur Union für das Mittelmeer, die auch zukünftig für spannende Diskussionen des deutsch-französischen Tandems sorgen könnte. Mit der Unverschämtheit von Voltaire und Jean Monnet als Vorbild scheut sich Sylvie Goulard nicht, wahrhaft europäisch von Europa zu denken und zu reden. Die Autorin mehrerer Bücher - darunter „Europa für Dummies“ – spricht kritisch und offen nicht nur die nationalen Befindlichkeiten anderer, sondern auch ihres eigenen Landes an. Als Lehrende am Institut d’Etudes Politiques in Paris und am Europakolleg in Brügge setzt sie sich auch wissenschaftlich mit der Europäischen Union auseinander.
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Gaëtan CLAEYS

Anna-Lena KULIK

Auteur de la rubrique „L’actualité européenne en 10 minutes“ en allemand
Anna-Lena est diplomée de communication, de sciences politiques et de philosophie de l’université de Münster, en Allemagne. Après avoir fait ses premières expériences en journalisme au lycée, en (...)











