Eine neue Eurobarometer Sonder-Umfrage macht Hoffnung, dass am 4.-7. Juni doch wesentlich mehr Wählerinnen und Wähler zu den Urnen finden werden, als zunächst erwartet. Statt der in letzter Zeit viel zitierten 34% (laut Eurobarometer Frühjahr 2009, das auf Befragungen im Januar und Februar beruhte) haben nun 49% definitiv vor, ihre Stimme abzugeben (die Umfrage fand in den ersten beiden Maiwochen statt). Außerdem sank gegenüber der letzten Umfrage die Zahl der überzeugten Nichtwähler von 19% auf 12%. Noch deutlicher zeigt sich das gewachsene Bewusstsein an der Tatsache, dass nunmehr 68% von der Wahl in diesem Jahr wissen, gegenüber 32% bei der letzten Befragung. Ob dies dem Engagement der europäischen Institutionen, der Parteien, der Medien, der Zivilgesellschaft oder schlicht dem Versand der Wahlkarten zu verdanken ist, bleibt offen - ein gutes Omen für die Legitimität der europäischen Volksvertretung ist dieser Wandel allemal. Nichtwahl bedeutet außerdem nicht automatisch EU-Skepsis : Nur 18% derjenigen, die nicht wählen wollen, geben an, gegen die EU, Europa oder die europäische Einigung zu sein (genauso viele übrigens unter allen Befragten). In Polen, dem Land mit der voraussichtlich niedrigsten Wahlbeteiligung von nur 14%, haben sogar 61% ein gutes Bild von der EU. Nichtwähler geben vor allem an, nicht gut genug informiert zu sein oder zu glauben, dass ihre Stimme nichts ändern würde (beides rund 60%).
Bildquelle : Fotothek des Europäischen Parlaments


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