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Warum es niemandem hilft, die Euro-Zone zu verlassen

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Auch wenn die Aussichten des Euro düster aussehen mögen, so dürfen wir doch nicht vergessen, dass die gemeinsame Geldpolitik die Macht der Politiker gebrochen hat, willkürlich Geld zu drucken und eine demokratisch nicht legitimierte Politik zu verfolgen.


Wenn die europäische Presse das Schuldenproblem der europäischen Finanzinstitute und Regierungen behandelt, dann neigt sie dazu, damit eine Gefahr für die europäische Währung zu verbinden.

Und die Presse ist damit nicht allein, wie die Äußerungen von Politikern zeigen, die immer wieder auf ihren Pressekonferenzen in Frankfurt und Brüssel behaupten, „den Euro zu retten“.

Es werden Drohungen ausgesprochen, die Eurozone zu verlassen oder andere Staaten auszuschließen.

Aber wie bedrohen finanzielle Schwierigkeiten von Finanzinstituten oder Regierungen den Euro ?

Missbrauch der Geldpolitik : eine gängige Praxis

Das Beste an der europäischen Währung ist nicht ihre weit verbreitete Verwendung oder leichte Konvertierbarkeit. Es ist die Tatsache, dass die Schaffung des Euro den Nationalstaaten eines der am häufigsten missbrauchten politischen Instrumente nahm, ohne es an eine höhere Instanz weiter zu geben.

So gut wie alle europäischen Staaten missbrauchten ihre Geldpolitik, indem sie nach Belieben Geld druckten und damit die Ersparnisse, Löhne und Einkommen ihrer Bürger entwerteten. So konnten sie ihre Staatsverschuldung verschleiern, indem sie die Preise um sie herum aufbliesen so eine Art Sondersteuer für ihre Bürger einführten. Davon am schlimmsten betroffen waren Menschen mit geringen Ersparnissen, Menschen, die nicht genug Geld hatten, um es in stabilere Währungen oder in Anlagen mit einer geringeren Gefahr der Entwertung, wie Immobilien oder Aktien, zu retten.

Nicht genug, dass diese politischen Maßnahmen der unteren Mittelklasse am meisten schadeten, sie waren auch demokratisch nicht legitimiert. Die Nationalbanken waren schlecht reguliert, sie mussten ihr Handeln weder vor Gericht noch vor den Parlamenten rechtfertigen, und die Menschen hatten keine Möglichkeit, über die Inflation abzustimmen.

Inflation statt Währungsstabilität

Inflation in Europa in den vergangenen 50 Jahren. Die Inflation stieg während der Ölkrise in den 70er Jahren stark an, aber Unterschiede zwischen den Ländern zeigen die Wirkung finanzieller Repression.

Die jährliche Inflationsrate in Italien zum Beispiel bewegte sich im Bereich um 5% in den 50er und 60er Jahren, und rund 15% in den 70er und 80er Jahren. Auch in Deutschland, wo die Bundesbank der Währungsstabilität verpflichtet war, lag die Inflationsrate selten unter 2% pro Jahr. Auch Frankreich hatte bis in die späten 80er Jahre regelmäßig Inflationsraten zwischen 5% und 15%.

Heute wird die Macht über die Entscheidung, wie viel Geld gedruckt wird, oder besser gesagt, zu welchem Preis das Geld abgegeben wird (was wirtschaftlich gesehen dasselbe ist), von Beamten statt von Politikern getroffen. Und weil diese Beamten einer genau definierten Kennzahl verpflichtet sind, für deren Einhaltung sie zur Rechenschaft gezogen werden können (2% Gesamtinflation), ist sichergestellt, dass die Geldmenge in Bezug auf die Produktion jetzt mit einer konstanten Rate wächst.

Wem könnte also damit geholfen sein, wenn ein Land den Euro verlässt und seine eigene Währung wieder einführt ?

Wertverlust als Folge des Ausstiegs

Auch dann könnte dieses Land seine Schulden nicht einfach dadurch vermindern, dass es die Geldmenge seiner Währung erhöht. Die Schulden sämtlicher Euroländer sind Euroschulden und es gibt keine rechtliche Möglichkeit diese Schulden in die neue Währung zu konvertieren. Und wenn dieses Land wieder Inflation als Instrument seiner Politik nutzt (warum sonst sollte es den Euro verlassen ?) so würde die Rückzahlung seiner Euroschulden nur noch schwieriger.

Die Menschen aber in diesem Land hätten sehr wahrscheinlich massive Probleme, da ihre Löhne und Ersparnisse durch die Inflation wieder an Wert verlieren würden. Und die Geschichte zeigt, dass die Leute nicht auf die Straße gehen, um finanzielle Repression zu bekämpfen.

Der Europäischen Zentralbank ist es vergleichsweise egal, wer ihre Währung verwendet, um wie oder für was zu bezahlen. Montenegro und das Kosovo verwenden den Euro als einheitliche Währung seit seiner Einführung, und das, obwohl einige ihrer Regionen von Versicherungen nahezu als Kriegsgebiete bewertet wurden – der Euro als Währung blieb davon unbeeindruckt.

Selbst wenn große europäische Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich vor dem finanziellen Aus stünden, so würde es, so sehr es deren Ruf schaden würde, dem Euro als Währung weder schaden, noch ihn in seiner Existenz bedrohen, solange er eine stabile, von Beamten kontrollierte Währung bleibt.


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How leaving the Euro-zone helps nobody

Auteurs

Leonhard WEESE

traducteur

Gerald MAASS (Übersetzer)

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