Mit diesen Worten kommentierte Philippe Delstanche, Vorsitzender der bisher einzigen zweisprachigen Partei Belgiens, ProBruxsel, seinen Versuch zweisprachige Wahllisten für die bevorstehende Wahl zum Brüsseler Parlament aufzustellen. Laut belgischem Recht darf es nur einsprachige Listen, entweder Französisch oder Niederländisch geben. Diese Regelung hat ProBruxsel angefochten. Zwar gelang es der Partei mittlerweile ihre Listen bei den Wahlbehörden registrieren zu lassen, allerdings ist nach wie vor nicht geklärt, ob weitere rechtlicher Hindernisse zu befürchten sind. Grund für die strikte Sprachpolitik Belgiens ist die Aufteilung des Landes in den Flämisch (Niederländisch) sprechenden Teil Flandern im Norden und den Französisch sprechenden Teil Wallonien im Süden. Brüssel als einziges zweisprachiges Gebiet liegt gewissermaßen als Enklave im südlichen Flandern. Trotzdem sind auch dort bisher eigentlich nur einsprachige Wahllisten erlaubt. Diese Spaltung entspricht nach Meinung von ProBruxsel nicht dem kosmopolitischen Charakter Brüssels, das aufgrund der ansässigen europäischen und internationalen Institutionen ohnehin vielsprachig ist. Bisher gab es in Belgien keine politische Kraft, die zumindest die beiden größten Volksgruppen der Flamen und Wallonen gemeinsam repräsentiert hätte. Diese Lücke will ProBruxsel füllen, um so auch die Spaltung in den Köpfen vieler Belgier ein Stück weit zu überwinden.
Bildquelle : ProBruxsel


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